Am 17. Juli 2026 veröffentlichte WordPress ein außerplanmäßiges Sicherheitsupdate für eine kritische und eine schwere Schwachstelle. Zusammengenommen werden die beiden Lücken als wp2shell bezeichnet. Sicherheitsanbieter beobachten inzwischen reale Angriffsversuche, zugleich ist ein öffentlich verfügbarer Proof of Concept im Umlauf.
Das Besondere: Betroffen ist der WordPress-Core selbst. Ein Angreifer benötigt weder ein Benutzerkonto noch ein bestimmtes Plugin. Eine unveränderte Standardinstallation kann verwundbar sein, wenn sie eine der betroffenen Core-Versionen nutzt.
Öffnen Sie in WordPress Dashboard → Aktualisierungen und prüfen Sie die installierte Version. Für die vollständige wp2shell-Kette sind WordPress 6.9.0 bis 6.9.4 sowie 7.0.0 bis 7.0.1 betroffen. Aktualisieren Sie umgehend auf die neueste unterstützte WordPress-Version.
Sie wissen nicht, welche Version installiert ist?
Im Backend finden Sie die Angabe unter „Dashboard → Aktualisierungen“. Falls das Backend nicht erreichbar ist oder mehrere Installationen im Hosting liegen, prüfen wir Version, Update-Stand und grundlegende Sicherheitsmerkmale kostenlos für Sie.
Kostenlosen Sicherheits-Check startenWas ist wp2shell?
wp2shell ist keine einzelne Sicherheitslücke, sondern eine Kette aus zwei Schwachstellen im WordPress-Core:
- 01CVE-2026-63030: Eine Verwechslung von Routen in der WordPress REST API kann Sicherheitsprüfungen umgehen. Das offizielle WordPress-Advisory bewertet diese Komponente als kritisch.
- 02CVE-2026-60137: Eine fehlerhafte Verarbeitung des Parameters
author__not_ininWP_Querykann SQL-Injection ermöglichen.
Werden beide Fehler miteinander kombiniert, kann ein nicht angemeldeter Angreifer aus der Ferne Code ausführen. In der Praxis bedeutet Remote Code Execution: Eine Website kann vollständig übernommen, verändert oder mit dauerhaften Hintertüren versehen werden.
Warum ist die Lücke so gefährlich?
Viele WordPress-Sicherheitsmeldungen betreffen ein einzelnes Plugin oder Theme. Dann sind nur Websites gefährdet, auf denen genau diese Erweiterung installiert ist. wp2shell sitzt dagegen im Core. Damit reicht eine betroffene WordPress-Version als Voraussetzung aus.
Hinzu kommen drei Faktoren: Für den Angriff ist keine Anmeldung nötig, funktionierende Angriffswerkzeuge sind öffentlich geworden und reale Ausnutzungsversuche wurden bereits beobachtet. WordPress hat deshalb für betroffene Installationen erzwungene automatische Updates aktiviert. Website-Betreiber sollten trotzdem kontrollieren, ob das Update auf jeder Installation tatsächlich angekommen ist.
Welche WordPress-Versionen sind betroffen?
| Installierte Version | Bewertung | Mindestens erforderlich |
|---|---|---|
| 6.9.0 bis 6.9.4 | Vollständige wp2shell-RCE-Kette möglich | 6.9.5; besser neueste unterstützte Version |
| 7.0.0 bis 7.0.1 | Vollständige wp2shell-RCE-Kette möglich | 7.0.2 oder neuer |
| 6.8.0 bis 6.8.5 | Von der zugehörigen SQL-Injection betroffen, nicht von der vollständigen wp2shell-Kette | 6.8.6; besser neueste unterstützte Version |
| Vor 6.8 | Von diesen beiden konkreten CVEs nicht betroffen, aber veraltet und möglicherweise durch andere Lücken gefährdet | Auf eine aktuell unterstützte Version aktualisieren |
Für produktive Websites ist eine alte, lediglich zurückgepatchte Versionslinie keine gute Dauerlösung. Das offizielle WordPress-Projekt empfiehlt die sofortige Aktualisierung; nur der aktuellste Versionszweig wird aktiv unterstützt.
Was sollten Website-Betreiber jetzt tun?
- 01Alle Installationen inventarisieren.
Prüfen Sie Hauptdomain, Subdomains, Staging-Systeme und Kunden- oder Entwicklungsordner. Eine vergessene Installation kann ebenso erreichbar und angreifbar sein. - 02Version im Backend kontrollieren.
Öffnen Sie „Dashboard → Aktualisierungen“. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass automatische Updates überall funktioniert haben. - 03Aktuelles Backup sichern.
Erstellen Sie vor dem Eingriff eine vollständige Sicherung aus Dateien und Datenbank. Wenn ein Angriff bereits vermutet wird, bewahren Sie den aktuellen Zustand zusätzlich für die spätere Untersuchung auf. - 04WordPress sofort aktualisieren.
Spielen Sie die aktuelle unterstützte Core-Version ein und kontrollieren Sie anschließend, ob Website, Formulare, Shop und Backend wie erwartet funktionieren. - 05Exponierte Systeme untersuchen.
War die Website nach dem 17. Juli noch verwundbar erreichbar, sollten Logs, Core-Dateien, Benutzer und installierte Erweiterungen auf ungewöhnliche Veränderungen geprüft werden.
Reicht das Update allein aus?
Das Update verhindert eine neue Ausnutzung dieser Schwachstellen. Es entfernt aber keine Hintertür, die ein Angreifer zuvor bereits angelegt hat. Eine Website kann daher auf einer sicheren Version laufen und trotzdem kompromittiert sein.
Verdächtig sind unter anderem unbekannte Administrationskonten, neue oder unerwartete Plugins, veränderte PHP-Dateien und ungewöhnliche Zugriffe in den Server-Logs. Eine unauffällige Startseite ist keine belastbare Entwarnung. Wer im gefährdeten Zeitraum ungepatcht erreichbar war, sollte zumindest eine gezielte Integritäts- und Benutzerprüfung durchführen lassen.
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Quellen und Stand der Einordnung: WordPress 7.0.2 Security Release, offizielles WordPress-Advisory zu CVE-2026-63030, Advisory zu CVE-2026-60137 und Beobachtungen zur aktiven Ausnutzung. Stand: 28. Juli 2026.

